Die Kunst des Übersetzens 

ist eine Ausstellung, die den Übersetzer als existierendes Individuum und die Übersetzung als ein Werk des Übersetzers herausstellt.

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Es geht darum, das Bewusstsein in der Bevölkerung für Übersetzer und Übersetzungen zu wecken. Beides wird gewöhnlich nur bewusst wahrgenommen im Zusammenhang mit Fehlübersetzungen, die Dolmetscher und Übersetzer meist ungewollt ins Licht der Öffentlichkeit rücken; dass täglich mehr Übersetzungen als Originaltexte gelesen werden, bei der Arbeit, in der Werbung, durch Produktinformationen, in Nachrichten usw., nimmt eigentlich niemand zur Kenntnis. Diese Ausstellung will dazu beitragen, diesen Ist-Zustand zu verändern, was auf großen Anklang in der Übersetzerwelt  stößt. Die Europäische Kommission hat bereits ihr Interesse bekundet, zum Europäischen Tag der Sprachen am 26. September Gastgeber der Ausstellung in Brüssel zu sein.

 Die Kunst des Übersetzens möchte dazu auffordern, sich Fragen zur Autorenschaft und zur Lösbarkeit von Übersetzungsschwierigkeiten zu stellen.  Dabei wird der Besucher die Unlösbarkeit kennenlernen, die für Übersetzer alltäglich ist und die doch stets nach einer Lösung verlangt.

 Der Betrachter, der dieser Einladung nachkommt, wird Teil der Ausstellung; sei es durch die physische Veränderung seines Blickwinkels, das Lösen eines Rätsels, seinem Beitrag zur Übersetzung einer Novelle u.v.m.

Die Kunstwerke sind eine Sammlung völlig unterschiedlicher Beiträge. Die Werke wurden von mir initiiert, doch die meisten wurden umgesetzt von Menschen, die nichts mit der Sprachindustrie oder der Übersetzungswelt zu tun haben. Jeder setzte meine Idee auf seine Art und Weise, nach seinem Wissen und seinen Fähigkeiten um. Das Ergebnis überraschte mich stets, weil es eigentlich immer völlig anders war als erwartet. Anders, aber gerade deswegen umso faszinierender.  Ein Austausch: Das Aufnehmen einer Idee, die dann, ganz natürlich und selbstverständlich, beeinflusst wird durch die eigene Gedankenwelt und sich in etwas manifestiert, das genau genommen nicht mehr Meins ist.

 Und so wuchs und wächst die Ausstellung weiterhin bereichert, durch Andere. Das Andere, was mit dem Eigenen vermischt, nicht mehr fremd ist. Das Fremde ist Feind; das Andere ist Toleranz und Bereicherung, was mit dem Exponat 8 eingefangen ist: Kinderschuhe, die mit jedem Schritt einen Schritt gehen in die Welt jenseits der Vorstellung. In einer wachsenden Internationalität notwendige Schritte (siehe Infos zur Sprachindustrie, letzte Seite).

 Die Ausstellung wird ihren Betrachter verändern, selbst wenn nur unbewusst.Aber sind wir nicht alle die Summe unbewussten Wahrnehmens?

Mona Leone